ᐅ Termincontrolling für Auftraggeber

Termincontrolling umfasst neben der vorausschauenden Planung auch die systematische Erfassung und aktive Steuerung des (Bau-) Projektablaufs. Vorrangiges Ziel im Termincontrolling ist die Terminsicherung.

Was passiert beim Termincontrolling?

Beim aktiven Termincontrolling werden mit Hilfe der einschlägigen Projektmanagement-Software (vorrangig MS Project, aber auch Asta Powerproject) mindestens wöchentlich die Ist-Werte erfasst, Änderungen und Behinderungen eingearbeitet und gegebenenfalls neue Soll-Pläne für die Baustelle herausgegeben.

Das Ziel des Termincontrolling besteht darin, den Bauablauf überschaubar und trotzdem jederzeit nachvollziehbar zu gestalten. Controlling im engeren Sinne wird sich auf die reine Überwachung und Dokumentation beschränken. Die in einem festen Zeitintervall erstellten Terminberichte enthalten aber auch hier Bauablaufanalysen und Vorschläge, wie entstandene oder absehbare Terminverzögerungen neutralisiert, verringert oder ganz vermieden werden können. Im Zuge des Termincontrollings werden die Ursachen und Auswirkungen von Bauablaufstörungen erfasst, sodass jederzeit eine konkrete, vorgangsspezifische Zuordnung der Ursachen und Auswirkungen von Bauablaufstörungen, Behinderungen, Unterbrechungen oder Beschleunigungen möglich ist. Insbesondere für Auftraggeber von mehreren Gewerken (Einzelvergaben oder Generalunternehmer) wird somit auch das Risiko gemindert, dass der Auftraggeber Haftungsansprüchen aus verzögerten Vorunternehmerleistungen unterliegt, ohne die ihm entstehenden Schäden beim Verursacher durchsetzen zu können.

Wo liegen beim Termincontrolling typische Probleme?

Für den terminlichen Projekterfolg ist es besonders wichtig, für alle Baubeteiligten Planungssicherheit zu schaffen. Der aktuell gültige Sollterminplan sollte trotz laufender Fortschreibung Bauablaufstörungen von üblichen Ablaufschwankungen unterscheiden können. Ungewissheit beziehungsweise Unsicherheit über den Stand der aktuellen Terminplanung verursachen einen Mangel an Glaubwürdigkeit des Terminmanagers und führen so zu einer zunehmenden Verselbständigung des Bauablaufes. Oberste Priorität muss folglich die Akzeptanz des Terminplans auf der Baustelle haben.

Wissenschaftliche Arbeitsgrundlage

Grundlage der einzelnen angebotenen Leistungen ist eine wissenschaftliche Herangehensweise. Die Erfahrungen aus der unternehmerischen, beratenden und gutachtlichen Praxis sowie aus der baubetrieblichen Forschungs- und Lehrtätigkeit wurden bereits in zahlreichen Veröffentlichungen publiziert, die sich vorrangig an Bauherren und Bauunternehmer, aber auch an Juristen, Kaufleute und Architekten richten. Für das Termincontrolling sind aus Sicht des Auftraggebers insbesondere folgende Publikationen relevant:

35 | 2017 | Heilfort: Vorgehensweise zum Nachweis von Bauablaufstörungen auf Grundlage der aktuellen Rechtsprechung. BauR 02/2017, S. 178 – 188

32 | 2010 | Heilfort: Behinderungen wegen Winterwetters?, Baumarkt + Bauwirtschaft, Heft 12/2010, S. 50 – 53

30 | 2010 | Heilfort: Nachweis der haftungsbegründenden und haftungsausfüllenden terminlichen Kausalität von Bauablaufstörungen mit dem Bauablauf-Differenzverfahren – ein Bericht aus der Praxis, BauRecht, Heft 1/2010, S. 25 – 31

26 | 2004 | Heilfort/Zipfel: Abrechnung der Folgen von Bauablaufstörungen im VOB-Vertrag, Baumarkt + Bauwirtschaft, Heft 9/2004, S. 22 – 26

25 | 2005 | Heilfort/Zipfel: Ermittlung terminlicher und monetärer Ansprüche des beauftragten Bauunternehmers bei vom AG zu vertretender Verzögerung der Zuschlagserteilung, VergabeRecht, Heft 1/2005, S. 38 – 43

23 | 2003 | Heilfort: Grundlagen des praktischen Termincontrollings, Baumarkt + Bauwirtschaft, Heft 10/2003, S. 27 – 29

22 | 2003 | Heilfort: Ablaufstörungen in Bauprojekten – Einflussfaktoren für die Terminsicherung im Bauprojektmanagement, Renningen, expert-Verlag, 2003

19 | 2003 | Heilfort: Den Bauablauf sicher im Griff, Teil 2 – MS Project, Trockenbau + Akustik, Heft 6/2003, S. 46 – 48

16 | 2002 | Heilfort: Bauablaufstörungen: Fristverlängerungsanspruch ermitteln und begründen, Baumarkt + Bauwirtschaft, Heft 11/2002, S. 25 – 28

10 | 2003 | Heilfort: Praktische Umsetzung bauablaufbezogener Darstellungen von Behinderungen als Grundlage der Schadensermittlung nach § 6 Nr.

07 | 2001 | Heilfort: Partnerschaftliches Management von Bauablaufstörungen – Mehr Erfolg durch Kooperation, Bauwirtschaft, Heft 9/2001, S. 28 – 29

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Thomas Heilfort

Sachverständiger für Bauablaufstörungen und Lehrbeauftragter der TU Dresden

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