Seminar 08 | Prüfung von Bauzeitnachträgen mit dem Bauablauf-Differenzverfahren

Das Seminar schult Auftraggeber, Architekten und Ingenieure in der sachgerechten Prüfung von Bauzeitnachträgen mit dem Bauablauf-Differenzverfahren.

Zielstellung: Abgrenzung von Störsachverhalten und Nachtragsprüfung

Kaum ein Bauprojekt wird wie geplant ausgeführt. Auftraggeber werden daher immer wieder mit Nachtragsforderungen der Bauunternehmen aufgrund eines gestörten Bauablaufs konfrontiert. Selbst wenn vom Auftraggeber eigene Verursachungsanteile an der Verzögerung eines Bauprojektes anerkannt werden, müssen die Nachträge unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung revisionssicher geprüft werden.

Dieses Seminar zeigt, wie vom Auftraggeber selbst zu verantwortende Bauablaufstörungen abgegrenzt und die eingereichten Nachtragsforderungen sachgerecht geprüft werden können. Grundlage der revisionssicheren Prüfung ist das Bauablauf-Differenzverfahren, mit dem auch komplexe Sachverhalte in einem insgesamt gestörten Bauablauf nachhaltig analysiert werden können.

Die Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, die Auswirkungen der vom Auftraggeber zu verantwortenden Bauablaufstörungen eigenständig abgrenzen und die resultierenden Nachtragsansprüche des Auftragnehmers aus dem gestörten Bauablauf auf Grundlage der VOB/B prüfen zu können. Der Referent ist ausschließlich als Sachverständiger für Bauablaufstörungen tätig und bearbeitet seit mehr als 20 Jahren für Auftragnehmer und Auftraggeber Nachtragsforderungen aus dem gestörten Bauablauf. Dieses Tagesseminar bündelt die praktischen Erfahrungen aus mehr als 170 Bauprojekten sowie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit des Referenten und stellt so eine Verbindung her zwischen den juristischen Anforderungen der Obergerichte und der konkreten Umsetzung dieser Vorgaben bei der Prüfung unterschiedlichster Nachtragssachverhalte.

Inhalt des Seminars zur Prüfung von Bauzeitnachträgen

Teil 1: Juristische und baubetriebliche Anforderungen an die Erstellung von Nachträgen

Teil 2: Das vertragliche Bau-Soll und die hypothetischen Kosten des ungestörten Bauablaufs

  • Vertragsanalyse: Werklohn, Werkerfolg und Umstände der Leistungserbringung
  • Der bei Angebotslegung maßgebliche Soll-Bauablauf
  • Auswertung der Urkalkulation
  • Prüfung der Plausibilität von Kalkulation und Bauablaufplanung

Teil 3: Nachtragsprüfung aus dem gestörten Bauablauf dem Grunde nach

  • Nachträgliche Feststellung der tatsächlichen Leistungserbringung (Bau-Ist)
  • Feststellung des vor Störbeginn zuletzt geplanten Bauablaufs
  • Abgrenzung der Baubehinderungen von eigenen Verzögerungen des AN
  • Voraussetzungen für die Anerkennung von Baubehinderungen
  • Differenz zwischen dem gestörten Bau-Ist und dem zuletzt geplanten Bauablauf im Störzeitraum
  • Das neue Bausoll nach einer Baubehinderung

Teil 4: Nachtragsprüfung für Bauablaufstörungen der Höhe nach

  • Differenzierung von Vergütungs-, Schadensersatz- und Entschädigungsansprüchen
  • Lohnmehrkosten aufgrund von Produktivitätsverlusten
  • Zeitabhängige Mehrkosten aus verlängerter Vorhaltung von Geräten und Personal
  • Mehrkosten aus der Verschiebung von Leistungen in andere Tariflohnzeiträume
  • Mehrkosten aus dem späteren Bezug von Baustoffen und der Zwischenlagerung
  • Unterdeckung allgemeiner Geschäftskosten
  • Sonstige Mehrkosten für Wagnisse, Dokumentation und Vorfinanzierung

Teil 5: Durchführung des Gemeinkostenausgleichs

Durchführung des Seminars  zur Prüfung von Bauzeitnachträgen

Zielgruppe: Das Tagesseminar richtet sich an alle Personen, die mit der Prüfung von Mehrkostenforderungen aus dem gestörten Bauablauf befasst sind.

Termine: Klicken Sie hier für die aktuellen Seminartermine.

Inhouse-Seminare sind nach Terminvereinbarung auch kurzfristig möglich (siehe hier für Preise und Anmeldung).

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Thomas Heilfort

Sachverständiger für Bauablaufstörungen und Lehrbeauftragter der TU Dresden

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